Wer macht in Hamburg Musik?
Abschlussbericht der Markt- und Standortstudie zur Entwicklung eines Musikerzentrums in Barmbek-Süd.
1 Einführung
Die vorliegende Studie „Wer macht in Hamburg Musik?“ wurde im Auftrag des Bezirksamts Hamburg Nord und der Stiftung EuroMuzyQ Amsterdam durch die CQ Creative Quartiere und Marketing GmbH in Zusammenarbeit mit der Leuphana Universität Lüneburg im Zeitraum von März bis September 2009 angefertigt. Im Zuge der Umsetzung entsprechender Zielsetzungen des Quartiersentwicklungskonzepts für das Fördergebiet Dehnhaide/ Parkquartier Friedrichsberg im Hamburger Stadtteil Barmbek-Süd sollen die folgenden Darstellungen Aufschlüsse über die mögliche Errichtung eines Musikerzentrums am Standort Marschnerstraße/ Ecke Holsteinischer Kamp geben und gleichzeitig eine Situationsanalyse der Arbeits- und Lebensbedingungen Hamburger Musikerinnen und Musiker mit Fokus auf die gegenwärtigen Probebedingungen liefern.
Mit dem Bau der Elbphilharmonie verfolgt die Freie und Hansestadt Hamburg das Ziel, sich zu einer Musikstadt mit internationaler Strahlkraft zu entwickeln. Allerdings dürfen bei aller globalen Ausrichtung die Wurzeln lokaler Musikproduktion und Musikkultur nicht unberücksichtigt bleiben. Weder die zu Beginn des Jahres von der Haspa Musikstiftung veröffentlichte Musikstudie noch der 2006 erschienene Kulturwirtschaftsbericht der Stadt lassen Rückschlüsse auf die Größe der Musikerpopulation in Hamburg sowie insbesondere die Bedingungen zu, unter denen die Musikerinnen und Musiker in Hamburg ihr alltägliches Leben bestreiten. Die Untersuchung in diesem Bereich auftretender lokaler Problem- stellungen und möglicher Verbesserungsmöglichkeiten ist empirisch anhand eigens erhobener Daten bislang allein in der 2001 von Albrecht Schneider veröffentlichten Arbeit ‚Musiker/innen – Übungsbunker – Szene-Clubs’1 realisiert worden. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich aktiver Musikerinnen und Musiker in Hamburg sind daher als sehr lückenhaft zu bezeichnen. Ein Ziel der in den letzten Monaten durchgeführten Arbeiten liegt darin, diese Lücken mit der Durchführung einer empirischen Studie in einigen Teilbereichen zu schließen. Eine umfassende Analyse der Hamburger Musikszene ist damit gleichwohl noch nicht geleistet. Zu vielschichtig, zu ausdifferenziert und zu umfangreich stellt sich das musikalische Leben eines urbanen Zentrums wie Hamburg mit über eineinhalb Millionen dort ansässigen Menschen dar - eine detaillierte Abbildung der tatsächlichen Situation aller musikalischen Szenen und der ihnen zugehörigen Musikerinnen und Musiker würde einen weit höheren wissenschaftlichen Aufwand erfordern. Allerdings konnten im Rahmen von ‚Wer macht in Hamburg Musik?’ erstmals genre- und szeneübergreifende Daten akquiriert werden, mit deren Hilfe Problemstellungen, Tendenzen und Einstellungen aus der
1Vgl.: Schneider, Albrecht [Hrsg.] (2001): Musikerinnen, Übungsbunker, Szene-Clubs. Zur Infrastruktur der Popularmusik in Hamburg. Münster.
Perspektive der primär kreativ musikalisch Tätigen dargestellt werden können. Im Abgleich mit objektiv vorhandenen und recherchierten Bestandsdaten des musikalischen Lebens in Hamburg lässt sich im Rahmen der vorliegenden Projektstudie ein aussagekräftiges Bild der allgemeinen Lebensumstände, insbesondere der Probe- und Übungssituation von Musikerinnen und Musikern in Hamburg sowie deren Sichtweise auf lokale Aspekte und Entwicklungen zeichnen. Daneben dienen die erhobenen Daten als wertvolles Ausgangsmaterial für weitere Untersuchungen. Auf wissenschaftlicher Ebene fungiert die Studie als Startpunkt für eine weiter gehende universitäre Forschung der Leuphana Universität Lüneburg. Nachdem die vorliegende Arbeit durch ein Projektseminar im Fachbereich Kulturwissenschaften begleitet wurde, sollen vertiefende Studien in eine akademische Publikation zur lokalen Musikszene Hamburgs münden.
Innerhalb dieses Berichts wird im Folgenden Bezug auf die vorliegenden Ergebnisse der Datenerhebung genommen. Zunächst wird der Fokus dabei auf den Ablauf sowie die Struktur der Studie gelegt. Neben der zeitlichen Abfolge der einzelnen Arbeitsschritte wird die Entwicklung der Methodik der Untersuchung im Einzelnen dargestellt sowie die Kooperation und wissenschaftliche Begleitung seitens der Leuphana Universität erläutert. Den Abschluss dieses einführenden Kapitels bildet die Darlegung der Ergebnisse der Vorstudie, die zusammen mit den recherchierten Daten aus bereits durchgeführten Untersuchungen die Ausgangsdatenbasis darstellen.
Die Ausführungen zur Datenerhebung beinhalten die methodischen Überlegungen zur Entwicklung der empirischen Instrumente. Neben einer Darstellung der Fragemethodik der quantitativen sowie qualitativen Erhebung wird weiterhin auf die Auswahl der Stichprobe und der Interviewpartner eingegangen.
Die Resultate sowohl der quantitativen als auch der qualitativen Erhebung werden im darauf folgenden Kapitel vorgestellt. In thematisch abgegrenzten Abschnitten werden die Daten aus Fragebögen und Interviews zusammengefügt und mit Hilfe von Tabellen und Diagrammen dargestellt. Um der Aufgabenstellung der Studie gerecht zu werden, sind die thematischen Unterkapitel nach allgemeinen Aspekten der Situation Hamburger Musiker/innen, der Probesituation im Speziellen sowie der Bewertung des Musikstandortes Hamburg aufgeteilt. Eine gesonderte Betrachtung erfährt die Standortanalyse des Quartiers Barmbek-Süd, wo insbesondere auf die gegenwärtige Situation sowie auf zukünftiges Entwicklungspotenzial des Stadtteils eingegangen wird.
Als Abschluss dieses Berichts werden die Ergebnisse reflektiert und Handlungs- empfehlungen abgegeben, sowohl was die Planung eines Musikerzentrums als auch die sonstige Quartiersentwicklung in Barmbek-Süd in musikalisch-kultureller Weise betrifft.... .
Die komplette Studie können Sie hier downloaden >>>:
http://www.creative-quartiere.de/daten/Musikerstudie/Abschlussbericht_Mu...
Endfassung mit allen Abbildungen:
www.creative-quartiere.de/daten/Musikerstudie/Abschlussbericht_Musikerst...